Was ist besser? Bleiben oder gehen? Angst vor dem Rosenkrieg oder endlich Freiheit?

Bleiben oder gehen?

Bleiben oder gehen?

Ich fürchte mich vor dem, was da kommt!

Will ich wirklich frei sein?

Wie soll ich mich bloß entscheiden?

Soll ich in meiner Beziehung bleiben oder soll ich endlich einen Cut machen und gehen?

Ach, wenn ich nur wüsste, was ich eigentlich will! 

In der  Paarbeziehung bleiben, in der Du schon lange nicht mehr glücklich bist oder eine Trennung, eine Scheidung wagen und gehen? 

So oder ähnlich lautet vielleicht die Frage, die Du Dir immer wieder insgeheim stellst, vor allem dann, wenn in Deiner Paarbeziehung mal wieder komplett der Wurm drin ist und gar nichts mehr zwischen Euch funktioniert. Vorab: Es gibt kein objektives  „Besser“ oder „Schlechter“, sondern nur ein „besser für mich“ oder ein „schlechter für mich“ jetzt, in diesem Augenblick und nur für Dich, höchst persönlich.

Ihr seid schon soo lange zusammen und es läuft einfach nicht mehr so, wie Du es in früheren Zeiten mit  Deinem Partner erlebt hast. Eure Sexualität erlebst Du schon lange nicht mehr erfüllt  und das macht sich in Eurem  kompletten Zusammenleben so stark bemerkbar, denn auch dort erlebst Du euch lieblos und zunehmend distanzierter mit einander im Umgang.

Vielleicht spürst Du  es als friedhöfliche Freundlichkeit, mit der ihr Euch um ein irgendwie erträgliches Miteinander bemüht und schon viel zu lange  einer schon längst anstehenden Entscheidung ausweicht. Vielleicht ist es der zermürbende Kampf um  Kinkerlitzchen zwischen Euch,  der Euch immer wieder an einander geraten und streiten lässt, damit wenigstens hier noch ein bisschen Reibung und Wärme zwischen Euch entsteht? Ergänze hier bitte Dein eigenes aktuelles Beziehungsdrama um die Szene, die Dir jetzt gerade beim Lesen dieser Zeile sofort in Herz und Sinn kommt. 

Du hast gute Gründe zu Bleiben, zugleich auch durchaus gute Gründe, die für ein Beenden der Beziehung sprechen.  Gleichwohl kannst Du Dich einfach nicht entschieden, was Dein nächster Schritt sein soll. 

Unabhängig von den vielen Gründen, die Dich zu dieser Meinung bewegen, soll es in diesem Artikel darum gehen, dass Du für Dich eine Entscheidungshilfe bekommst und für Dich klarer werden kannst, wo Du aktuell stehst, wie es sich für Dich gerade anfühlt und wo Du eigentlich hin willst. 

Ich stehe für Achtsamkeit in Deiner Beziehungskultur. Deshalb bekommst Du hier eine Möglichkeit, Dich achtsam mit Dir selbst umgehen kannst und und Dich dem Thema Entscheidung/ Unentschlossenheit ein bisschen annähern kannst.

Was spricht für das Bleiben? 

Lese Dir bitte in diesem Zusammenhang einmal meinen Blog- Artikel durch (Die paar Bremsspuren im Klo…), den ich zeitgleich veröffentliche.

Ich habe mal ein paar Gründe zusammen getragen, wobei Du Deine höchst persönliche Liste erstellen und natürlich entsprechend ergänzen solltest….

pro Bleiben: 
  • wir sind schon so lange zusammen. 
  • ich bin schon zu alt um mich neu zu orientieren.
  • Meine besten Tage sind schon lange vorbei. Wer wird mich jetzt noch wollen?
  • Na ja, es gibt dazwischen auch gute Tage.
  • Sex wird überbewertet. Ohne geht auch.
  • Was werden die Kinder sagen? Was die Freunde und Verwandten?
  • Ich steige sozial und vom Ansehen her ab.
  • Eine Single Frau will keiner haben. Die stiftet nur Unfrieden und verdreht anderen Männern den Kopf. 
  • Alleine in den Urlaub fahren und ständig alleine sein müssen ist auch sch…doof.
  • Da muss ich ja umziehen und mich komplett neu orientieren.
  • Ich muss dann wieder arbeiten gehen und das packe ich in meinem Alter nicht mehr.
  • Ich müsste andererseits auf Luxus verzichten.
  • unsere Firma würde dann kaputt gehen.
  • Bei uns steht unser guter Ruf auf dem Spiel.
  • Ich fürchte mich vor dem, was da kommt. Was ich habe weiß ich, kenne ich, kann ich einschätzen.
  • Ich habe Angst vor einem Rosenkrieg. Ich fühle mich in unserer Wohnung so wohl.
  • Ich habe Angst vor dem vielen Gerede, vor allem, dass ich mir wichtige Menschen durch eine Trennung gleich mit verliere.
  • Wir haben noch gemeinsame Schulden, die wir erst noch abtragen müssen.
  • Ich befürchte, ich werde krank und kann alles, was dann mit Gericht und Anwalt kommt, nicht verkraften.
  • wir sind verheiratet so lange, bis dass der Tod uns scheidet.
  • irgendwo habe ich ihn immer noch gern
  • ich musste mich noch nie entscheiden
  • ich kann keine Entscheidungen treffen, denn woher weiß ich , welche die Richtige für mich ist?
  • ich fühle mich für meinen Partner und dessen Wohlergehen mit verantwortlich
  • ohne mich kommt der nie klar…
pro Gehen: 

  • es reicht nun endlich. Mein Maß ist randvoll.
  • Der ändert sich nie. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
  • ich habe bereits einen neuen Partner gefunden, mit dem ich nun as große Glück erlebe. 
  • Mein Partner hat ein gesundheitliches gravierendes Problem und ist nicht in der Lage, was daran zu verändern. 
  • Ich kann ihn nicht retten, doch wenn ich bleibe, gehe ich komplett or die Hunde.
  • ich habe es verdient, in meinem Leben glücklich zu sein und die Liebe zu spüren.
  • Schon der Kinder wegen muss ich gehen. Was wäre ich sonst für ein Vorbild? Sie leiden ohne Ende. Ich auch.
  • Immer habe ich gegeben und gegeben und nichts kam wirklich zu mir zurück. Ich habe nun davon genug.
  • Ich habe sexuelle Bedürfnisse, doch die kann ich mit meinem Partner nicht  mehr ausleben.
  • Lieber allein und meine Ruhe als mein Leben lang einen Klotz am Bein.
  • Endlich frei sein, tun und lassen können, was immer ich will!
  • ich habe alles versucht und habe keinerlei Gefühle mehr für meinen Partner
  • Bislang bestand mein Leben aus Arbeit und Mühe. Alles auf meine Kosten.
  • Wenn es nur noch weh tut, ist es keine Liebe
  • Wer nur noch seinen Hobbys nachgeht, sich mit seinen Freunden trifft, muss sich nicht wundern, wenn irgendwann niemand mehr da ist, der auf ihn wartet.
  • Liebe besteht aus Geben und Nehmen. Mein Partner hat immer nur genommen und meine Energie gezogen.
  • ich brauche kein weiteres Kind mehr an meiner Seite
  • Meine Mama hat schon von von Anfang an zu mir gesagt, dass Er nicht der Richtige für mich ist.

Bitte ergänze diese beiden Listen “pro bleiben” und “pro gehen” mit Deinen ganzen Gedanken und Gefühlen und Assoziationen zu diesem Thema.

Ich gebe Dir nun zum Abschluß noch eine Körperübung: 

Sei bei dieser Übung eine Zeit lang ganz ungestört und alleine: 

Male zwei Kreise: auf jeweils ein DIN A3 Blatt jeweils einen Kreis.

Dann schreibe ruhig und meditativ mit schönen Buchstaben und und bunten Farben das Wort „bleiben“ auf das eine Papier.

Dann schreibe das Wort „gehen“ auf das andere Stück Papier.

Lege beide Papiere nun vor Dich auf den Boden. Ziehe Dir Deine Schuhe aus und stelle Dich auf das eine Stück Papier mit dem Wort „bleiben“ . Stehe dort eine ganze Zeit und beobachte Deinen Atem. Verbinde Dich mit Deinem Atem und dem Wort: „bleiben“. Spüre in Dich hinein. Spüre in alle Worte, hinein, die Dir dazu einfallen. Sie werden aus Deinem Innersten aufsteigen, wenn Du ihnen die Erlaubnis dazu gibst und wenn Du ihnen Zeit gibst, in Dir aufzusteigen. Spüre in jedes Wort, was sich meldet, genau rein. Alle Deine aktuellen Gründe, die für Dein Bleiben sprechen, werden in Dir gebildet und aufsteigen, so dass sie sich Dir zu erkennen geben. 

Deine Aufgabe besteht in Folgendem: Du beobachtest alles einfach und lässt es geschehen.

Wenn  Du den Eindruck hast, da kommt nichts mehr, dann wende Dich dem anderen Papier mit dem Wort “gehen“ zu. Stelle Dich darauf und spüre genauso in Dich hinein, wie Du es soeben getan hast.

Wenn alle Argumente aufgestiegen sind und Du den Eindruck hast, es wird nun ruhiger, dann wechsle noch einige Male bewußt: Stelle Dich mal auf das eine Papier und mal auf das andere und wechsele hin und her, ganz so, wie Du Dich gerade fühlst. Spüre dann im nächsten Schritt, was für Dich jetzt gerade das Stimmigere ist. 

Beende die Übung in Deinem Tempo. Trete raus aus den Papieren mit den Worten „bleiben“ und „gehen“ und nehme räumlich einige Schritte Abstand. Schaue Dir beide Papiere, die immer noch vor Dir auf dem Boden liegen, eine Zeit lang bewußt an und beende die Übung mit einer bewußten Verneigung.

Dann öffne das Fenster, verlasse den Raum und gehe ein paar Schritte spazieren, um alles sacken zu lassen.

  • Sprich nicht darüber, zerrede nichts.
  • Gehe nicht sofort zur Tagesordnung über, sondern lasse alles erst einmal bewußt in Deine Seele hinein sickern.
  • Lasse allen Deinen Gefühlen nun auch freien Lauf. Du wirst sehen, das reinigt befreit und verschafft Dir innere Gewißheit.

Du musst jetzt noch keine Entscheidung treffen.  Auch wenn Du für Dich vielleicht den Eindruck hast, Du bist jetzt sicher, welche Entscheidung für Dich die Richtige ist.

Ich empfehle Dir, wenn Du soweit bist – das kann auch Tage später sein – Deinen Partner um ein ruhiges Gespräch zu bitten und ihm das Thema auch mit zu teilen: 

1. Bist Du Dir felsensicher, dass Du gehst, so teile ihm nun Deine Entscheidung mit. 

Sprecht über Deine Beweggründe und gebe ihm Zeit, alles zu verarbeiten.

Verabredet ein weiteres Gespräch, in dem ihr weiter über das Thema sprecht.

Wenn ihr alleine nicht sprechen könnt, hole Dir Unterstützung. Eine Paarcoachin für Euch als Paar oder für Dich alleine, die Dich unterstützt.

2. Du bist immer noch unsicher und unentschlossen.

Du könntest energetisch spüren, was diese Unsicherheit mit Dir macht. Du könntest noch mal anders hin spüren, wie es sich anfühlt, dass Du (noch) keine Entscheidung treffen kannst.

Es ist hilfreich, auch darüber mit dem Partner zu sprechen, damit er besser verstehen kann, was in Dir gerade vorgeht. Es ist ein Thema der Fairness und eigenen Entlastung, ihn nicht nur zu informieren, sondern in eine eigene Verantwortung für Eure aktuelle Situation zu bringen. Eine Trennung kann Panik auslösen. Und Existenzangst. Auf beiden Seiten. Da sind plötzlich narzistische Kränkungen, die durch wüste Beschimpfungen und Beleidigungen abgewehrt werden. 

Das ist in einem gewissen Grad normal und die eigene Reaktion darauf kann von Dir innerlich vorbereitet werden. Mehr dazu erfährst Du in einem weiteren, späteren Blog Artikel, den ich demnächst verfassen werde.

Wenn ihr es gut anstellt, dann könnt ihr aus der Frage und der damit verbundenen Unsicherheit  „Bleiben oder Gehen“ ein gemeinsames Projekt machen. Du kannst bewußt achtsam erleben, in welche Richtung sich die Dinge nun entwickeln werden. So eine Frage ist ein heftiger Impuls, den Du in die Beziehung rein gibst. Doch dieser Impuls wird dazu führen, dass ihr beiden anders mit einander und jeweils mit Euch selbst in die Auseinandersetzung geht.

Ihr könnt Euch extern Hilfe durch eine Paarcoachin holen, wenn es zu belastend für Euch wird. 

Deine Unsicherheit beinhaltet immer auch Dein inneres Gefühl: “ja, da ist vielleicht noch was zu retten“. Genau da solltest Du anknüpfen und mit Deinem Partner darüber sprechen. 

Was soll bei Euch in der Beziehung besser, schöner werden? Wie kommen wir da hin? Womit muss jeder von uns aufhören und womit anfangen, damit wir einen neuen Start rein bekommen?

3. Wenn Du Dir sicher bist, dass Du bleiben willst, so gibt es nun zwei Optionen: 
    1. Es ist für Dich gut so, wie es ist. Du willst nichts verändern. Dann ist ja alles gut. Dann  bleibt alles auch genau so, wie es jetzt für Dich ist. 
    2. Du willst bleiben, doch Du möchtest schon, dass sich was verändert. Du weißt aber nicht was und nicht wie. Wo ein Wille ist, da findest Du auch einen Weg. 

Für diesen Fall musst Du auf einen meiner nächsten Blog Artikel warten oder mein Webinar anschauen und einen Termin mit mir buchen. Dann bekommst Du schnell Klarheit, wie es mit Dir und Deinem Partner gut weiter gehen kann, denn hier habe ich jede Menge Ideen für Dich!

Liebe Grüße Deine Evelyn!